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Ungeschliffene Diamanten

Die Arbeitswelt, wie wir sie kannten,
erhielt vor Jahren einen Ruck,
um klarzustellen: Diamanten
entsteh’n alleine unter Druck.

Die Arbeitslosen sind dabei
der Kohlenstoff, aus welchem man
gewaltsam (ohne Zauberei)
die Edelsteine pressen kann.

Im Anschluss werden sie geschliffen,
um ihren Marktwert noch zu steigern.
Wer Arbeit sucht, hat schnell begriffen:
Ein Schleifobjekt darf nichts verweigern.

So fügen sich die Diamanten
dem Werkzeug, das sie weitertrimmt.
Die Form von ihren feinen Kanten
wird fortan nur noch fremdbestimmt.

Recht häufig kommt es aber vor,
dass so ein Stein beim Schleifen bricht,
obwohl doch irgendjemand schwor:
In diesem Fall passiert das nicht.

Dann fragt man kurz, woran es liegt,
dass solch ein Diamant nicht hält,
und was womöglich nicht genügt,
sodass der Kohlenstoff zerfällt.

Man findet das Problem beim Pressen
des Kohlenstoffs und ist nicht blöd:
Bei nächsten Produktionssprozessen
wird kurzerhand der Druck erhöht.

Published inArtgerechte SpaltungGedichteKabarettprogrammePolitik

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